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Vleisch – die veganen Alternativen zu Schnitzel, Bratwurst und Co. Teil 1

An der Frage, ob fleischähnliche Produkte Teil der veganen Ernährung sein sollten oder nicht, scheiden sich in den diversen Veggie-Netzwerken die Geister. Doch der breiter werdende Markt an entsprechenden Lebensmitteln, in den inzwischen auch schon einige namhafte Fleischhersteller, wie z. B. Mühlenhof, mit vegetarischen und veganen Alternativen eingestiegen sind, zeigt recht deutlich, dass von der Verbraucherseite eine steigende Bereitschaft zum Fleischverzicht keinesfalls mit dem Wunsch oder der Breitschaft einhergeht, sämtliche Koch- und Ernährungsgewohnheiten von einem Tag auf den anderen über den Haufen zu werfen.

Dies mag einigen, die, weil sie Fleisch sowieso nicht mögen oder kennen oder irgendwie aufgrund ihrer Überzeugungen wahnsinnig willensstark sind, unverständlich erscheinen. Doch sind wir Menschen nicht 7,35 Milliarden individuelle Persönlichkeiten? Ein Umstand, der von Anhängern extremer Ansichten leider gerne vollkommen ausgeblendet wird. Und bei rechtem Licht betrachtet, kann diese Verbrauchertendenz auf dem vegetarischen und veganen Lebensmittelmarkt tatsächlich nicht wirklich verwundern.

Die Nahrungsaufnahme ist eines der primären Grundbedürfnisse aller lebenden Organismen unserer Welt. Dabei gehören gerade wir Menschen zu den Lebewesen, die in Bezug auf das, was als nahrhaft gilt, nicht sonderlich wählerisch sind. Eine lebenserhaltende Ernährung ist für den Menschen mit rein veganer Rohkost genauso möglich, wie mit einer ausschließlich auf tierischen Lebensmitteln basierenden Ernährungsweise. Dass erstere möglicherweise nicht und letztere auf keinen Fall gesund ist und es trotzdem eifrige Verfechter beider Ernährungsstile gibt, zeigt auch, dass andere Faktoren, jenseits von Gesundheit und idealer Versorgung mit Nährstoffen, entscheidend beeinflussen, was auf unseren Teller und damit in unseren Magen kommt.

Und das ist nicht zuletzt deshalb so, weil wir Vorlieben für bestimmte Geschmacksrichtungen und bevorzugte Lebensmittel entwickeln, lange bevor wir zu bewussten und vernünftigen Entscheidungen fähig sind, nämlich bereits im frühsten Kindesalter. Schon die Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft und Stillzeit soll Einfluss darauf haben, was dem Kind später einmal schmeckt und was nicht. Essen ist mit starken Emotionen verbunden, die ihren Ursprung im Ver- und Umsorgtwerden in der Familie haben. Für jeden von uns muss das Essen ein gewisses Geschmacksschema erfüllen, damit es uns zufrieden macht.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet, wird klarer, was man eigentlich von den Menschen erwartet, wenn man sie dazu auffordert, einen gewohnten, selbstverständlichen und vielfach mehr oder weniger unhinterfragten (Haupt-) Teil der Ernährung ersatzlos zu streichen. Von den meisten verlangt man damit nämlich, dass sie von nun an nur noch Sachen essen sollen, die ihnen überhaupt nicht schmecken, nicht nur wegen des fehlenden Lebensmittels, sondern auch wegen der andersartigen Zubereitung und Würzung der erlaubten Lebensmittel. Es ist schwer vorstellbar, dass irgendjemand ernsthaft glauben kann, das könnte, ohne Hinzuziehen gewaltsamer Durchsetzungsmaßnahmen, massenwirksam funktionieren. Und das ist vielleicht auch einer der Kernpunkte, weshalb sich manche Fleischesser so irrational angegriffen fühlen, wenn sie mit veganen und vegetarischen Anschauungen konfrontiert werden – sie sehen sich bei der Vorstellung, auf ihre Lieblingsspeisen in Zukunft zu verzichten, nur noch freudlos auf ihrem Teller herumstochern. Das ist eine äußerst unangenehme Vorstellung – versucht’s mal selbst: Stellt euch vor, ihr kriegt nur noch Sachen zu essen, die ihr eklig findet! Es scheint irgendwie dem Selbsterhaltungstrieb zu wiedersprechen, freiwillig ein Leben in solcher Freudlosigkeit zu wählen.

Folglich suchen viele, die an sich eine tierfreie Ernährung befürworten, nach Alternativen zur gewohnten Fleischkost, die die Umstellung weniger drastisch und alltagstauglich erscheinen lassen. Sie können dabei inzwischen auf eine ansehnliche Produktpalette verschiedenster Lebensmittel zurückgreifen, die ähnlich wie Fleisch serviert oder zubereitet werden können. Tofu, Seitan, Lupinenprodukte, Trockenprodukte auf Sojabasis und Ähnliches sind dazu bestimmt, ungefähr so  wie ungewürztes Fleisch zubereitet, selbst mariniert, gewürzt, gebraten oder gekocht zu werden. Vegane und vegetarische Fertig- und Halbfertigprodukte sind ebenfalls in Form von Bratwurst-, Schnitzel-, Frikadellen-, Fisch-, Aufschnittwurst- und Streichwurstalternativen in akzeptabler Vielfalt erhältlich. Supermarkt-Ketten und Discounter führen fast ausnahmslos inzwischen auch eine  Veggie-Eigenmarke, sowohl frisch als auch in Tiefkühlvarianten.

Aber sind diese Alternativen auch überzeugend? Nun, das muss jeder selbst ausprobieren und dann für sich entscheiden. Zunächst einmal ist es wohl im Wesentlichen eine Einstellungssache. Wer erwartet, dass die Alternative wie das Original schmeckt, der wird wahrscheinlich in den meisten Fällen enttäuscht werden. Vielleicht ist es hilfreich, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass ein paniertes Hähnchenfilet auch nicht so schmeckt wie ein original Wiener Schnitzel, trotzdem aber Hähnchenschnitzel genannt wird. Wenn man akzeptieren kann, dass Geschack und Konsistenz irgendwie vertraut aber doch anders ist, wird man sicher auch Freude am Experimentieren mit den veganen Fleischalternativen haben.

Im nächsten Beitrag über die Fleischalternativen möchte ich daher auch die Fleischalternativen, ihre Herstellung, Zubereitungsmöglichkeiten, Rezepte und Kritiken etwas unter die Lupe nehmen, angefangen mit den Tofu-, Soja-, Seitan- und ähnlichen Produkten.  Es ist durchaus beeindruckend, was der Markt an Fleischalternativen so bietet, nicht weniger beeindruckend ist aber, was sich eine gar nicht mehr so kleine Gemeinde an experimentierfreudigen veganen (Hobby-) Köchen schon so alles hat damit einfallen lassen!

 

 

 

 

 

 

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